Warum Silvester für Deinen Hund so schwierig ist…

Warum Silvester für Deinen Hund so schwierig ist…

Silvester – es knallt, es zischt, der Himmel erscheint in bunten Farben und die Menschen sind nahezu überall in fröhlicher und ausgelassener Stimmung.

Alle Jahre wieder steht der Jahreswechsel vor der Tür und mit ihm beginnt für Deinen Hund mit eine der anstrengendsten und schwierigsten Zeit des Jahres.

Doch warum ist das eigentlich so?

Silvester: veränderter Tagesablauf

Sobald die Vorweihnachtszeit beginnt, ändert sich für Deinen Hund so einiges. Du fragst Dich nun warum und wunderst Dich, weil Du glaubst, dass alles seinen gewohnten Gang läuft und Du keine nennenswerten Unterschiede feststellen kannst?

In vielen Familien sind die Vorweihnachtszeit und die Weihnachtstage eine besondere Zeit im Jahr. 

Kurz vor den Feiertage werden die letzten Einkäufe erledigt, der Weihnachtsbaum wird besorgt, aufgestellt und geschmückt und das Kochen des Weihnachtsessens beginnt. Die Familien kommen zusammen, es wird gefeiert und alle sind in fröhlicher, ausgelassener und zum Teil besinnlicher Stimmung.

Nur bei den wenigsten kehrt zwischen Weihnachten und Silvester wirklich Ruhe ein, die Spannung liegt noch merklich in der Luft.

Für Deinen Hund bedeutet dies vor allem, dass sich sein gewohnter Tagesablauf für ihn unverständlicherweise völlig verändert. Seine Bezugspersonen haben ein paar Tage frei und dennoch haben sie an dem ein oder anderen Tag bestimmt ein bisschen weniger Zeit für ihn. Stattdessen kommen viele fremde Menschen zu Besuch, es herrscht Unruhe und Hektik. Dein Hund verliert seine ganze Struktur, an der er sich sonst orientieren kann, die ihm Sicherheit gibt und kann nicht wie gewohnt zur Ruhe kommen.

Er ist also eventuell schon müde und belastet, bevor die Silvesterknallerei überhaupt beginnt…

Überlebensmechanismus

Knallgeräusche lösen bei vielen Tieren Schrecken und Angst aus, weil es Geräusche sind, die sehr plötzlich und sehr intensiv auftreten.

Solche Reize versetzen das Gehirn des Hundes sofort in Alarmbereitschaft und Vorsicht, lassen die Anspannung steigen und das Tier ggf. mit Fluchtverhalten reagieren.

Die Reaktion auf plötzlich auftretende und / oder laute Geräusche ist eine angeborene Angstreaktion – solche Reize lösen bei Deinem Hund also angeboren eine Reaktion aus, die biologisch vollkommen normal und sogar überlebensnotwendig ist.

Wenn Fluchtverhalten, wie an Silvester, nicht möglich ist, weil die Geräusche immer und immer wieder im Wahrnehmungsbereich Deines Hundes auftreten, kann das Angstverhalten Deines Hundes verschiedene Formen annehmen – es kann passieren, dass Dein Hund…

… eine geduckte Haltung einnimmt

… wegrennen möchte, sich zurückzieht und versteckt

… beginnt, zu zittern

… die Rute einklemmt

… stark hechelt und schneller atmet

… vermehrt speichelt

… die Augen weit aufreißt

All dies sind unter anderem Anzeichen dafür, dass es Deinem Hund in der momentanen Situation nicht gut geht und er Deine Unterstützung benötigt.

Mehr zum Thema Körpersprache Deines Hundes findest Du übrigens auch in diesem Artikel: „3 Anregungen, wie Du Deinen Hund besser beobachten und verstehen kannst“

Geräusche und Gerüche an Silvester 

Einer der Aspekte, die Deinem Hund unter anderem Probleme bereitet, ist folgender: 

Die Knallgeräusche treten wiederholt nacheinander auf. Gerade in der Silvesternacht ertönt ein Knall nach dem anderen – Dein Hund hat also gar keine Möglichkeit, sich wirklich von einem Knall zu erholen. Die Geräusche folgen so schnell hintereinander, dass Dein Hund auf einem hohen Erregungslevel bleibt und dazwischen nicht zur Ruhe kommt.

Was zudem häufig vergessen wird: 

Neben den bereits also angesprochenen zudem auch plötzlich auftretenden und sehr lauten Geräuschen, sollten auch die dabei entstehenden Gerüche nicht außer Acht gelassen werden.

Hunde haben eine sehr viel feinere und empfindlichere Nase als wir Menschen und sie nehmen die Gerüche, die nach Rauch und Feuer riechen, viel intensiver wahr. 

…abhängig von

Wie empfindlich Hunde vor allem auf den Silvester-Lärm reagieren, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Erfahrungen
  • Lernerfahrungen in ähnlichen Situationen
  • dem aktuellen Wohlbefinden und dem aktuellen Stressniveau
  • dem Vorhandensein einer Strategie, um sich besser zu fühlen

Angst – wir betrachten sie gleich noch genauer – wird durch viele verschiedene Faktoren abgeschwächt oder gar verschlimmert. 

Diese Faktoren lassen mitunter bereits unterschwellig vorhandene Ängste auch für ans an der Oberfläche erkennbar und beobachtbar werden.

Faktoren, die unter anderem dazu beitragen, sind Krankheiten und Schmerzen, weitere Hintergrundstressoren und bestimmte Entwicklungsphasen, wie die Jugendentwicklung oder der alternde Hund.

Wichtig jedoch zu beachten ist, dass Geräuschangst, zu denen auch die Angst an Silvester gehört, bei jedem Hund entstehen kann, auch, wenn er bislang keine für uns sichtbaren Probleme damit äußert.

Silvester: Erwartungsunsicherheit

Wenn Dein Hund weiß, was er erwarten kann, gibt ihm dies eine Struktur und einen Ablauf, an dem er sich orientieren kann. Er muss nicht raten, was als nächstes geschehen wird, sondern kann sich darauf verlassen, darauf einstellen und sich vorbereiten. Diese Erwartungssicherheit gibt Deinem Hund mehr Sicherheit.

Vor allem an Silvester und den Tagen zuvor geht diese Erwartungssicherheit in Bezug auf die Geräusche verloren. 

Die Geräusche kommen ohne zeitliches Muster. Dein Hund kann nicht einschätzen, wann es knallt. Es schwingt eine gewisse Unberechenbarkeit mit, es gibt für Deinen Hund keine Vorhersagbarkeit und er verliert die Kontrolle über die Umwelt und sein Verhalten.

die Emotion Angst

Angst ist eine Emotion. Eine Emotion, die sich für das Individuum, das diese Angst empfindet, nicht gut anfühlt.

Emotionen sind angeboren und unwillkürlich. Sie lösen ein Verhalten beim Tier aus.

Emotionen sorgen für eine Bewertung der Situation und für die Bildung von Gedächtnisinhalten.

Neben der Befriedigung der Bedürfnisse eines Individuums dienen sie diesem vor allem auch als Schutz und zur Sicherung des eigenen Überlebens.

Eine Emotion bestimmt die Distanzveränderung zu einem Reiz. Ist der Reiz attraktiv (anziehend), wird sich der Hund ihm nähern. Ist der Reiz eher aversiv (abstoßend), wird Dein Hund die Distanz dazu eher vergrößern und sich davon entfernen.

Emotionen erzeugen Verhalten – Verhalten hat eine Funktion.

Auch Angst als Emotion ist angeboren und überlebenswichtig. Die Funktionen von Angstverhalten liegen in der Gefahrenvermeidung durch Distanzvergrößerung und der Verbesserung der Situation.

Doch an dieser Stelle kommt es zu einer Art Kreislauf, denn an Silvester hat Dein Hund keine Möglichkeit, die Distanz wirklich so zu vergrößern, dass sich die Situation für ihn verbessert. Die Geräusche verschwinden nicht, im Gegenteil, sie sind sogar über einen längeren Zeitraum für Deinen Hund wahrnehmbar.

Silvester - die Emotion Angst

vermehrte Sensibilität

Geräuschangst breitet sich sehr schnell aus. Dein Hund wird sich nicht an die knallenden Geräusche und den Lärm gewöhnen, sondern immer empfindlicher auch gegenüber anderen Geräuschen und gegenüber anderen Dingen und Schreckreizen.

Es geht extrem schnell, dass sich Angst ausweitet. Ähnliche Geräusche lösen ebenfalls schnell Angst aus.

Angst zieht Kreise

Kennst Du den Ausdruck „Angst zieht Kreise“?

Was dies genauer bedeutet, betrachten wir im Folgenden: Dem Ganzen zugrunde liegt die sogenannte Klassische Konditionierung, eine Verknüpfung zwischen einem Reiz und einer Reaktion.

Neben dem Aspekt, dass sie immer abläuft, geschieht dies zudem auch unwillkürlich.

Sie verändert Reflexe, Emotionen und Verhalten und spielt beim Erlernen neuer Angstauslöser eine große Rolle. Eigentlich unbedeutende Reize können mit Bedrohung assoziiert werden.

Empfindet Dein Hund Angst, ist sein Gehirn in diesem Zustand besonders aktiv: es sammelt und speichert in dieser Zeit so viele Informationen über die angstauslösende Situation wie nur möglich.

Und jede dieser gespeicherten Informationen kann zu einem neuen, erlernten Angstauslöser werden.

Ein einziges Angsterlebnis kann zur Verknüpfung zeitnah auftretender Reize mit der Angst führen. Diese Reize lösen dann ebenfalls Angst aus. 

Angst wird immer häufiger und immer schneller ausgelöst.

fehlende Strategie

Vielen Hunden fehlt es in diesen Zeiten an einer Strategie, die sie wählen können, um sich besser zu fühlen.

Im nächsten Artikel erfährst Du dann, was diese Strategie für Deinen Hund sein kann, und was Du sonst noch tun kannst, damit Dein Hund gut über den Jahreswechsel kommt.

Körpersprache des Hundes: 3 Anregungen, wie Du Deinen Hund besser beobachten und verstehen kannst

Körpersprache des Hundes: 3 Anregungen, wie Du Deinen Hund besser beobachten und verstehen kannst

Faszination -Hund-

In einem Punkt wirst Du mir mit Sicherheit zustimmen: Unsere Hunde sind faszinierende Lebewesen und sie gehören mit zu den vielfältigsten Arten der Welt. Die züchterische Selektion auf bestimmte Merkmale und Eigenschaften hat durch die Auswahl des Menschen unter anderem dazu beigetragen, dass wir heute weit mehr als 300 verschiedene Rassen zählen können.

Farben, Formen und Funktionen

Weit mehr als 300 Rassen mit einer enormen Vielfalt und Diversität in ihren Fellfarben und Formen. Nirgends sonst findet man so eine große Bandbreite in Körpergröße und Gewicht. Nirgends sonst begegnen uns im Tierreich Schlapp- und Stehohren oder geringelte Ruten und Stummelruten bei nur einer Art. Nirgends sonst finden wir zum Teil solche Spezialisten, die in ihrem Bereich, für den sie gezüchtet worden sind, herausragende Arbeit leisten können. Und nirgends sonst bringt dieser Formenreichtum und diese Vielgestaltigkeit im Aussehen und im Verhalten so zahlreiche Probleme mit sich.

Körpersprache des Hundes: Das Verständnis der Kommunikation als Grundlage des Miteinanders

Die Körpersprache und das Ausdrucksverhalten unserer Hunde gehören mit zu den spannendsten und zudem wichtigsten Aspekten im gemeinsamen Zusammenleben. Diese beobachten, beschreiben und richtig deuten und interpretieren zu können, ist die grundlegende Basis für einen harmonischen Alltag.

Jedes Verhalten ist Bewegung

Verhalten besteht aus Bewegungen und Hunde sind dazu in der Lage, mit wirklich feinsten Bewegungen mit ihrem Gegenüber zu kommunizieren. Bewegungen, die für uns mitunter zum Teil schwer erkennbar und wahrnehmbar erscheinen.

Es handelt sich meist um feine körpersprachliche Signale, die gesendet werden, noch lange, bevor der Hund für uns deutlich sichtbar reagiert. Viele Missverständnisse und einige konfliktträchtige Situationen resultieren daraus, dass wir Menschen diese Signale nicht erkennen oder richtig deuten können. Wir befinden uns in der Situation des ‚Fremdsprachlers‘.  Das ist völlig normal!

Der Weg ist das Ziel

Doch es gibt Mittel und Wege, sich im genauen Beobachten zu üben, sich auf das zu fokussieren, was in den jeweiligen Situationen wirklich wesentlich und wichtig ist und zu erkennen, was uns die Körpersprache unserer Hunde verrät.

Vermeide Etiketten

Konzentriere Dich zunächst wirklich darauf, das Verhalten der Hunde möglichst neutral und wertfrei zu beschreiben.

Viel zu oft stecken wir unsere Hunde in Schubladen, sortieren sie in Kategorien ein und verpassen ihnen so gewisse Etiketten. Etiketten sind jedoch Interpretationen, die unter anderem geprägt sind von Meinungen und Erfahrungen und so für Vorurteile sorgen, die unser Denken und Handeln beeinflussen. 

Ziel ist es, dass wir erst einmal möglichst neutral und wertfrei beschreiben, was unser Hund überhaupt tut. Wie verhält er sich? Etiketten in Verhaltensbeschreibungen umzuwandeln, sollte die Basis des Zusammenseins und Trainings sein.

Körpersprache des Hundes: Nicht alles ist sichtbar.

Wenn wir unsere Hunde beobachten, schauen wir nur auf eine Oberfläche. Auf eine Körperoberfläche, unter der weitere, zahlreiche Zellen liegen, und wo unter anderem Hormone und Neurotransmitter vorhanden sind. In einem teils kompliziert verketteten Netzwerk erzeugen sie mitunter Emotionen. Emotionen, die als Basis von Verhalten dieses erzeugen und an die aktuelle Situation anpassen.

Veränderungen, die wir außen an der Körperoberfläche wahrnehmen können, lassen auf Veränderungen im Inneren des Hundes schließen, die für uns meist gar nicht oder erst später ersichtlich werden.

Schaue deshalb immer genau hin – bereits kleinste, sogenannte Intentionsbewegungen, wie eine Orientierungsreaktion in eine bestimmte Richtung oder die Verlagerung des Körperschwerpunktes, geben uns erste Hinweise darauf, was als Nächstes passieren, und in welche Richtung die nächste Aktion des Hundes vermutlich geschehen wird.

Körpersprache des Hundes:Nicht alles ist sichtbar

Körpersprache des Hundes: Die Geometrie des Körpers

Um Dir Beschreibungen des Körpers und der entsprechenden Ausdrucksstrukturen Deines Hundes zu vereinfachen, beobachte und denke in Pfeilen.
Was bedeutet das konkret? Mit Hilfe der Pfeile lassen sich insgesamt vier Richtungen beschreiben: nach oben / vorne / unten und hinten gerichtet. 

Betrachte Deinen Hund im jeweiligen Kontext und beschreibe mit Hilfe von Pfeil- und Richtungsangabe seine Körpersprache. Beziehen kannst Du Dich dabei sowohl auf den Hundekörper im Gesamtbild an sich, aber auch auf einzelne, für Dich in den Momenten sichtbare Körperteile wie Ohr- und Rutenansatz, Kopf, Vorder- und Hinterbeine und Körperschwerpunkt.

Setze diese Angaben in Bezug auf ein Gegenüber, ein Objekt oder einen potentiellen Auslöser für Deinen Hund, auf den er reagieren kann und erfasse so, welche Tendenzen Du beobachten kannst. Auch dies gibt erste Hinweise auf mögliche nächste Aktionen und Reaktionen Deines Hundes.

Körpersprache des Hundes:Gemonetrie des Körpers

Bist Du neugierig geworden?

Willst Du unbedingt mehr zum Thema „Körpersprache des Hundes“ erfahren? Willst Du auch erfahren, was wir anhand des Verhaltens unserer Hunde lesen und deuten können?

Dann ist dieses Webinar sicher spannend für Dich! Und, wenn Du alles haargenau wissen möchtest, empfehlen wir Dir noch die DVD „Das Kleingedruckte in der Körpersprache des Hundes“ von Dr. Ute Blaschke-Berthold von CumCane®.

Kristina Steinberg – Wie ich auf den Hund gekommen bin

Kristina Steinberg – Wie ich auf den Hund gekommen bin

Hallo, da Du in Zukunft wohl noch den ein oder anderen Artikel und Beitrag von mir hier lesen wirst, lass‘ mich Dir kurz schildern, wie ich überhaupt auf den Hund und letztendlich auch zum Beruf des Trainers gekommen bin:

Wer kennt es nicht? – Der Traum von einem eigenen Haustier, von einem eigenen Hund. So war es auch bei mir, doch leider hatten wir vor einigen Jahren noch nicht die Möglichkeit, einen vierbeinigen Wegbegleiter zu uns zu nehmen.
So entschloss ich, erst einmal in unser örtliches Tierheim zu gehen – als ehrenamtliche Spaziergängerin dort den Hunden etwas Gutes tun und gleichzeitig ein paar freie Stunden mit Tieren draußen in der Natur verbringen können – sozusagen eine WinWin-Situation für beide Seiten!

Auf den Hund gekommen

Schon bald lernte ich dort „Robby“ kennen; ein großer Mischlingsrüde, der vom Ordnungsamt aufgrund einiger Vorfälle gebracht wurde.
Ich betrat das Hundehaus .. und …wow – es war um mich geschehen. Ein großer, sehr imposanter Kerl, alt, stinkend, völlig verfilzt und nur draußen im Auslauf liegend…

Ich weiß, viele werden nun denken „die spinnt doch!“ – ja, mag sein, aber irgendwie war da etwas zwischen uns; von Anfang an ein besonderer Funke, eine besondere Verbindung…
Nach den ersten Startschwierigkeiten verbrachte ich nun jede freie Minute bei und mit ihm, kümmerte mich um ihn und ging spazieren.

Die ersten Herausforderungen

Doch, na klar, schon bald tauchten auch die ersten Probleme und Herausforderungen während unserer gemeinsamen Zeit auf, hatte ich doch noch nie einen Hund gehabt, geschweige denn, mich näher mit dem Thema Hund und Training auseinandergesetzt. Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen wurden immer schwieriger, ich verstand nicht, warum er mich nicht versteht, nicht umsetzen konnte, was ich von ihm wollte…
So gelangten wir zu verschiedenen Hundeschulen und an verschiedene Trainer…doch irgendwie…kurz und knapp: es wurd‘ nicht besser – im Gegenteil. Und auch die Art und Weise, wie ich mit ihm umgehen sollte, behagte mir nicht so recht.
Die Verzweiflung wuchs und die Wut auf meine Unfähigkeit, ihm zu vermitteln, wie wir es gemeinsam auch anders machen könnten, stieg.

Meine Lösung

Nach intensiver Recherche stieß ich letztendlich auf die Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) und der Entschluss, dort die Trainerausbildung zu beginnen, war schnell gefasst. Ging es mir doch erst einmal einfach nur darum, Hundeverhalten, Kommunikation und Körpersprache und Trainingsmethoden kennenzulernen, um uns die gemeinsame Zeit angenehmer zu gestalten und seine Chancen auf eine Vermittlung in ein neues zu Hause zu steigern – die Möglichkeit, später auch in dem Beruf zu arbeiten, hatte ich damals noch gar nicht ins Auge gefasst…

Die Zeit des intensiven (Um-) Lernens begann, ich beschäftigte mich mit dem Ausdrucksverhalten der Hunde und lernte nach und nach Techniken für „unsere“ Probleme kennen und dank diverser Praxisseminare auch anzuwenden.

Und hey – was soll ich sagen?! Es wurd‘ tatsächlich besser!! Besser im Sinne von: Robby konnte sich besser auf mich einlassen, wir hatten eine Menge Spaß in der kurzen Zeit außerhalb des Tierheimzwingers und auch an den Begegnungen auf den Spaziergängen konnten wir nun gemeinsam arbeiten und kleine, aber tolle Fortschritte erzielen.

…doch trotzdem gab es keine Interessenten für ihn…..leider – niemand, der es auch nur ansatzweise in Erwägung zog, ihn zu sich zu nehmen und ihm eine Chance zu geben…
Leider…..oder sollte ich sagen „ZUM GLÜCK“ ?!

Wir haben voneinander gelernt

Nachdem er im Tierheim neben immer wieder kleineren gesundheitlichen Rückschlägen dann plötzlich schwer krank wurde und wir mehrfach um sein Leben kämpfen mussten, ergab sich nach langem Hin und Her endlich die Möglichkeit, ihn doch noch zu mir zu nehmen.

Unsere folgende gemeinsame Zeit war leider nur noch sehr kurz, dafür aber umso intensiver und ich bin ihm unendlich dankbar dafür, was er mich alles gelehrt hat: wie man respektvoll miteinander umgehen kann, ohne Schmerzen zuzufügen und so kleinschrittig einen gemeinsamen Weg geht kann, auf Bedürfnisse zu achten und einzugehen und miteinander statt gegeneinander zu leben und zu arbeiten und sich so anzunehmen, wie man ist.

Ich möchte, dass Du von meinem Weg profitierst

Kurz darauf schloss ich meine Ausbildung an der ATN ab und arbeite seitdem als Trainerin mit Menschen und ihren Hunden, um mein Wissen an sie weiterzugeben und auch ihnen so zu einem harmonischen Miteinander im Alltag zu verhelfen.

Und auch wenn mich Robby nicht mehr begleitet, so ist er dennoch immer ein Teil von mir und hat mir die kleine Ültje geschickt, mit der ich nun mein Leben teilen und von der ich noch eine ganze Menge lernen darf.
Und a propos ‚Lernen‘ – da ich das stetige Sich-Weiterentwickeln sehr schätze und mein Wissensdurst quasi nie gestillt ist, absolviere ich nun zusätzlich die CumCane-Ausbildung und bin sehr gespannt darauf, wohin mein Weg mich in Zukunft noch so führt.


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