Es bewegt sich was am Horizont, du hast die Pfeife sofort parat. 

Ein Radfahrer kommt näher, du packst die Leine fester. 

Dein Hund flippt aus, er bellt und tobt und du? Du würdest dich am liebsten in Luft auflösen.

Vielleicht schaffst du in diesen Momenten gar nichts mehr zu sagen, vielleicht spannt sich jeder Muskel an, vielleicht würdest du gerne weinen, aufstampfen oder schreien. 

Du schämst dich, bist traurig oder wütend. Vielleicht fällst du nicht gerne auf, schon gar nicht unangenehm. Du selbst bist ein höflicher und rücksichtsvoller Mensch und dein Hund verhält sich wie die Axt im Walde.

Um dich herum lauter tolle, wohlerzogene Hunde und vor allem, lauter selbsternannte Hundetrainer. Jeder hat Tipps, jeder hat Erfahrungen und „Du musst nur…“, ist ein Satz, den du regelmäßig hörst. 

Kennst du das? Du bist nicht alleine.

Manchmal denke ich, mit Hunden und deren „Erziehung“ ist es, wie mit Fußball: Jeder kann es besser und weiß, wie es geht. Aber den Hintergrund kennen weniger Menschen, als die Abseitsregel. Stattdessen werden Mythen und Halbwissen zu einer gefährlichen Masse vermengt, die dann von den Dächern gepfiffen wird.

Und so wird „die Schuld“ gerne dem „anderen Ende“ der Leine zugeschoben. 

An dem Punkt bekomme ich ehrlich gesagt die Krise! Denn zum einen ist die Schuldfrage für mich irrelevant, es heißt Lösungen zu finden, mit denen es beiden Enden gut geht. Zum anderen kann ich es nicht leiden, wenn man unseren Hunden ihre Eigenschaften aberkennt und sie zu einer wabernden, spiegelnden Masse macht! 

Ich habe zu Aussagen wie „Du musst gelassener werden!“ oder „Das Problem ist immer das andere Ende der Leine!“ ein Facebook-Live gemacht. Schau gern rein! Klicke hier um zum Video zu gelangen.

Wenn dein Hund so eine richtig coole Socke wäre, würde es ihn nicht stören, wenn du mal „neben der Spur“ bist. Kurzum: Ihr habt gerade beide ein Problem und das gilt es zu lösen! Wer es zuerst hatte, ist wie mit dem Huhn und dem Ei. 

Es ist normal, dass du dich unwohl fühlst, wenn dein Hund sich „daneben“ benimmt. Es ist okay, wenn du auch mal wütend und verletzt bist. Immerhin versuchst du, dein Bestes zu geben, damit dein Hund es richtig gut an deiner Seite hat. Natürlich sind diese Situationen dann frustrierend. Du merkst, dass es ihm nicht gut geht, dir geht es nicht gut und die doofen Blicke und Sprüche kommen obendrauf! 

Frustration fühlt sich mies an. Sie macht Angst, hilflos und wütend. Das gilt für dich und deinen Hund. 

Zeigt er dann noch aggressives Verhalten, hast du einen doppelten Effekt. Denn Aggressionsverhalten hat die Funktion Angst beim Gegenüber auszulösen. Auch wenn es nicht an dich adressiert ist, löst es entsprechende Reaktionen im gesamten Umfeld aus. 

Vielleicht bist du eh jemand, der ungern (unangenehm) auffällt, lieber leise ist und nicht im Mittelpunkt steht? Oder du bist extrem feinfühlig und leidest jedes Mal mit deinem Hund mit? 

Diese vier Dinge kannst du tun, damit es dir besser geht:

1. Mache dir deine Reaktion klar

Stelle dir dafür zum Beispiel einmal eine solche Situation vor und fühle in dich hinein – wo spannst du dich an, was kommt in dir hoch? Danach atme ganz lange aus und entspanne dich, vielleicht schüttelst du ein wenig deine Arme oder kreist deine Schultern. Merke dir, wie es sich angefühlt hat. Oft spannen wir uns schon weit vor der Situation an und unser Unterbewusstsein weiß viel früher was abgeht. Wenn du dir deine Reaktion bewusst machst, kannst du dich gezielt wieder entspannen und in der Situation ganz anders agieren. 

2. Mache an den Orten schöne Dinge

Was machen dein Hund und du so richtig, richtig gerne? Suche die Orte an denen euch schon mal etwas Doofes widerfahren ist gezielt auf und mache dort etwas Schönes mit deinem Hund. Habt so richtig Spaß und nehmt euch Zeit dafür. Denn manchmal dauert es, bis beide Seiten der Leine locker werden. So nimmst du den Orten den Schrecken.

Ich schlendere an bestimmten Stellen ganz bewusst und konzentriere mich nur auf einen gleichmäßigen Atem. So entspanne ich mich und die Hunde bekommen Zeit sich mit diesem Ort in ihrem Tempo zu beschäftigen. 

3. Schreibe dir jeden Tag etwas auf

Es ist mir egal, ob du eure Erfolgserlebnisse notierst oder aufschreibst was das besondere an euch und eurer Beziehung ist oder was ihr gelernt habt. Fokussiere dich auf die schönen und lösungsorientierten Gedanken und du wirst erkennen, wie einzigartig ihr seid. Ihr habt es nicht verdient, mit Pauschalurteilen von anderen abgestempelt zu werden. 

4. Denke daran: Er macht es nicht, um dich zu ärgern!

Dein Hund ist in den Situationen genauso überfordert wie du. Seine Strategie ist es eben dieses dämliche, lästige oder gar gefährliche Verhalten zu zeigen. Er darf genauso umlernen wie du. Dieses Umlernen geht über verschiedene Ebenen, die eng miteinander verzahnt sind. Entspannung und schöne Erlebnisse, wie oben beschrieben, sind dafür wichtige Elemente – für euch beide.

 

In diesem Video erzählt Ulrike mir, welchen Quantensprung sie im Training „Hundebegegnungen“ mit ihren Kurzhaar-Collies Grace (10 J.) und Hunter (6 J.) gemacht hat. Ulrike ist Teilnehmerin bei meinem Programm „Ein echtes Team“ und trainiert schon sehr lange mit uns.

Mehr Informationen zum Jahresprogramm „Ein echtes Team“ findest du hier: Ein echtes Team.

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