Draußen scheppert, knallt und stinkt es. Silvester mit Hund ist jedes Jahr eine Herausforderung – mit Katze und Pferd im Übrigen auch. 

Du bist verunsichert durch die vielen Ratschläge, was du tun sollst und was nicht? Das verstehe ich! Selbst mich macht es immer wieder fassungslos, welche Ratschläge durch das Netz geistern. 

Eines vorweg: Die Maßnahmen, die ich dir hier für dein Silvester mit Hund empfehle, helfen. Sie haben jedoch nicht die Macht, starke Ängste in Luft aufzulösen. Sollte dein Hund Silvester tausend Tode sterben, so suche dir bitte jemanden, der euch betreut! 

Schreibe uns gerne an und schildere uns, was dein Hund Silvester macht, wir empfehlen dir passende Trainerkolleginnen und/oder Tierärzte. 

Angst wird durch extreme, plötzliche, laute und zischende Reize ausgelöst. Huch, die Silvesternacht verbindet sie alle auf einmal. Warum Silvester für deinen Hund schwer ist, haben wir dir hier zusammengefasst. 

Trösten oder nicht – Die Gretchenfrage für dein Silvester mit Hund? 

Angst ist immer echt – dein Hund stellt sich nicht an. Er leidet. 

Was wünschst du dir, wenn du Angst hast? Also richtig Angst. Angst, dass der Himmel dir auf den Kopf fällt oder noch viel schlimmeres?

Wie wäre es für dich, wenn deine wichtigsten Sozialpartner in einem für dich grauenhaften Moment dir den Rücken kehrten und so täten, als wärst du nicht da?

Stell’ dir vor, wie du mit einer vertrauten Person nachts in der Tiefgarage stehst. Es ist dunkel, die Beleuchtung flackert. Du hörst Schritte. Du siehst nichts. Du tippst deine Begleitung an um sie aufmerksam zu machen, sie dreht sich weg. 

Ehrlich gesagt: Ich wäre stinksauer und wütend! 

Allerdings möchte ich in dem Moment auch nicht abgeknutscht oder bemitleidet werden. 

Was bedeutet das für dich und deinen Hund und können wir das überhaupt vergleichen? 

Ja, wir können es vergleichen – denn Hunde haben die selben emotionalen Strukturen im Gehirn, wie wir Menschen. Hier geht es um Emotionen. 

Und was bedeutet es für dein Silvester mit Hund – das verrate ich dir jetzt: 

Je besser du deinen Hund kennst, desto besser kannst du ihm helfen

Wenn unsere Minnie Angst hat, möchte sie sich eng an einen drücken oder jagen gehen. Je nachdem, was gerade besser möglich ist. Jagen fällt indoor flach, aber an uns drücken geht. Je mehr Körperfläche – desto besser. Minnie liebt es weich warm und kuschelig. Kurzum: Sie darf auf oder an uns ins Bett, auf die Couch, vor den Kamin. Wir sind dort und warten auf sie – rufen sie zu uns. 

Unsere Nayeli sucht ebenfalls Körperkontakt, möchte aber gerne wirklich angefasst und gestreichelt werden. Einfach nur „Randrücken“ reicht ihr nicht. 

Bei mittlerer Angst, hilft es ihr mit uns ihre Lieblingsaufgaben zu machen und z.B. von Target zu Target zu laufen oder ein paar Tricks zu machen. 

Beobachte deinen Hund gut über das Jahr: 

  • Welche Interaktion hilft ihm? Ist es wirklich etwas aktives oder eher etwas passives?
  • Was sind seine bevorzugten Rückzugsorte, wenn es ihm nicht gut geht? Wo kuschelt er sich ein, wenn er sich erholen will? Wie ist dieser Ort?

Nicht nur für Silvester mit deinem Hund: Schaffe einen sicheren Rückzugsort.

Hast Du den absoluten Lieblingsplatz deines Hundes ausfindig gemacht? Super! Dann gilt es nun, diesen Platz ganz nach den Vorlieben deines Hundes einzurichten und ihm den Platz so richtig schmackhaft zu machen – schmackhaft im wahrsten Sinne des Wortes. All die Dinge, die dein und gerne macht, sei es den KONG ausschlecken, mit einem Futterball spielen oder sich das Zerrseil um die Ohren hauen – all diese Dinge darf er nun nach Herzenslust in dem Bereich rund um seinen Lieblingsplatz machen.

Silvester mit Hund - Rückzugsort

Und, wenn du es richtig optimal gestalten magst, überlege doch einmal, ob Du ihm den Ort etwas dämmen kannst, damit die Geräusche etwas gedämpfter sind. Bevorzugt dein Hund etwas höhlenartiges als Schlafplatz? – Dann kannst du ihm beispielsweise noch eine dicke Decke über seine Box, seine Höhle legen.

Sei für deinen Hund da!

Weiter oben im Text hast du bereits erfahren, dass es deinem Hund nicht gut geht, wenn er Angst empfindet. Ignorieren oder Mitleid haben – beides Extreme, die deinem Hund in dieser Situation nicht wirklich helfen. 

Was ihm hilft ist, dass du für ihn da bist. Beobachte deinen Hund und erfahre und lerne so, was ihm in Situationen, in denen es ihm nicht gut geht, braucht. Und genau das bietest du ihm auch in den Tagen rund um den Jahreswechsel vermehrt an.

Laute Futterbeschäftigungen.

Lärm mit Lärm überdecken? Na, nicht ganz – ich denke, das wird uns in Anbetracht der ganzen Silvesterböller nicht gelingen.

Doch was du tun kannst, sofern dein Hund es kennt und mag: Biete ihm in der Silvesternacht Futterbeschätigungen an, mit denen sich dein Hund gerne beschäftigt, und die so richtig Krach machen.

Wir nutzen zum Beispiel gerne befüllbare Futterbälle oder den KONG Wobbler – wenn dein Hund sich damit beschäftigt, teilt dies zum einen seine Aufmerksamkeit, er kann aktiv etwas tun und zum anderen erzeugt er durch die Beschäftigung damit auch selber noch lautere Geräusche, die die von draußen zumindest ein wenig schwächer wirken lassen.

Silvester mit Hund: Rituale aufrechterhalten.

In unserem vorherigen Blogartikel hast du bereits erfahren, dass Rituale und gewohnte Abläufe deinem Hund Sicherheit geben, weil er weiß, was als nächstes kommen wird und was ihn erwartet. Diese Erwartungssicherheit gibt ihm die nötige Struktur und Sicherheit, um gut durch den Alltag zu kommen.

Wenn du im normalen Alltag einen ziemlich strukturierten Tagesablauf und feste Rituale hast, solltest du überlegen, inwieweit du diese auch in der Zeit rund um Weihnachten und Silvester beibehalten kannst, damit deinem Hund dort eine Struktur hilft.

Bedürfnisorientierte Beschäftigung macht müde.

Silvester mit Hund – sicherlich anstrengend für alle Beteiligten. Doch meiner Erfahrung nach bringt es nichts, vorher extra Energie zu sparen.

Unsere Hunde sind an Silvester deutlich besser drauf, wenn wir die Tage rund um den Jahreswechsel darauf achten, dass wir gute, ausgeglichene Tage haben. Tage mit Bewegung, Spiel und Spaß – ganz im Sinne unserer Hunde. Abends ist man dann deutlich entspannter und müde.

Wichtig dabei ist, dass es sich um schöne Dinge handelt, die dein Hund gerne macht. Es geht nicht darum, ihn wie wild durch die Gegend zu scheuchen oder ihn extremen Anstrengungen auszusetzen, die ihn womöglich noch eher belasten.

Unser Motto an Silvester mit Hund: Viel Bewegung, wenig Anforderungen!

Leinen“pflicht“ verdirbt uns nicht den Spaß!

Sobald der Feuerwerksverkauf startet, solltest du deinen Hund sichern und ihn unterwegs an der Leine halten. Doch mit dem Einlinken des Karabiners endet nicht der Spaß! Leine ist nicht gleichzusetzen mit Langeweile!

Auch an der Leine kannst du deinen Hund sinnvoll beschäftigen und ihr könnt gemeinsam jede Menge Spaß haben.

Klettern, Leckerchensuche, gemeinsam rennen, …. all das geht auch an der Leine!

Silvester mit Hund - Spaß an der Leine

Welchen Spaß hast du mit deinem Hund an der Leine? Berichte uns gerne!

Im nächsten Blogartikel erfährst du dann, was du tun kannst, wenn du noch gar nicht weißt, wie dein Hund an Silvester reagieren wird. Hast du gerade einen Hund aus dem Tierschutz übernommen oder bist frischgebackener Welpen-Besitzer? Dann solltest du diesen Artikel nicht verpassen!

Außerdem werden wir dir dann auch erläutern, wann es unserer Meinung nach sinnvoll ist, sich von einem TrainerIn oder einem Tierarzt unterstützen zu lassen.


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