Silvester naht

Das Risiko für laute Knallgeräusche steigt. Viele Tiere reagieren auf diese Geräusche alarmiert, mit Anspannung oder mit Flucht. Dies ist normal. Die Reaktionen auf diese plötzlich auftretenden, intensiven Reize sind angeboren. Je nach Persönlichkeitstyp des Hundes, aktueller Verfassung und Situation fallen die Reaktionen mehr oder weniger deutlich aus. Angst wird durch diverse Faktoren, wie z.B Alter, Stress und Schmerz beeinflusst. Daher sollten Hundehalter mit Schreck- und Angstreaktionen ihrer Tiere auch dann rechnen, wenn diese bisher nicht vorkamen. In der Praxis bedeutet dies, dass Hunde ab Beginn des Verkaufs von Feuerwerkskörpern angeleint bleiben sollten.

Das Tierregister Tasso e.V. verzeichnete für den letzten Jahreswechsel 520 gemeldete entlaufene Tiere, sowie 262 gefundene, noch nicht gemeldete Tiere. Das bedeutet eine Zahl von 782 bekannten entflohenen Tieren. Ein Sicherheitsgeschirr oder eine doppelte Sicherung mit Halsband und Brustgeschirr sind ratsam, vor allem wenn das Tier bereits in der Vergangenheit deutliche Reaktionen zeigte oder dem Halter noch nicht vertraut ist.

Trösten vs. Social Support

Jahr für Jahr stellt sich die Frage, ob Trösten in der Silvesternacht erlaubt ist oder ob es die Angst gar verstärkt. Wir leben mit unseren Tieren in einer sozialen Gemeinschaft. Eine gute Bindung oder Mensch-Hund-Beziehung ist Hundehaltern in der Regel sehr wichtig. In der Biologie spricht man von Sozialer Unterstützung (Social Support) und meint damit Fähigkeit zur Kooperation und Unterstützung in einer Gruppe. Individuen, die in einer Gruppe leben, sind in der Lage Social Support zu leisten und Gruppenmitgliedern in schwierigen Situationen zu unterstützen. Diese Unterstützung geschieht durch Zuwendung und körperliche Nähe.

Wird der Social Support als angenehm empfunden, so senkt er Blutdruck und Herzfrequenz und sorgt für die Ausschüttung von Oxytocin, dem „Kuschel- oder Bindungshormon“, dem Gegenspieler des bei Stresshormons Cortisol. Wäre dieses Verhalten Angstfördernd, wäre es nicht Bestandteil des Zusammenlebens von Gruppen. Angst fühlt sich nicht gut an und kostet Energie. Kein Individuum und keine Gruppe kann sich steigende Ängstlichkeit leisten. Als Soziale Unterstützung ist erlaubt, was dem Hund gut tut und worauf er sich freiwillig einlässt. Das kann das Anbieten von Kontaktliegen, Streicheln, Massagen oder Spiel sein.

Außer

Parallel kann man auf Beschäftigung und Geräuschdämmung setzen. Musik im Haus, geschlossene Vorhänge und Jalousien mindern Geräusche und Lichtreflexe von außen. Studien ergaben, dass u.a. Klaviermusik von Bach einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System ausüben. Auch Entspannungsdüfte, wie Lavendel, können als unterstützende Maßnahmen verwendet werden. Die Geruchsmoleküle entfalten ihre Wirkung auf das Gehirn unmittelbar über die Nasenschleimhäute. Wichtig ist es naturreine ätherische Öle zu verwenden, diese mindestens 1:10 zu verdünnen und den Hund niemals direkt damit einzusprühen. Eine Duftlampe oder ein Tuch mit etwas verdünntem Öl in der Nähe des Hundes sind ausreichend.

 

Beschäftigung mit Knabbersachen, Futterbällen und anderen Dingen sind hilfreich, wenn der Hund sich darauf einlassen kann.

Am effektivsten sind diese Maßnahmen, wenn sie mit einem ganzjährigen Training gegen Silvester-, Geräusch und Gewitterangst kombiniert werden. Als Notfallmaßnahme können sie lindern oder zur Prävention eingesetzt werden. Sie ersetzen jedoch kein strukturiertes Training gegen die Angst. Dieses sollte dann ab Januar 2018 umgesetzt werden und nicht mit den Weg aller guten Vorsätzen gehen. Angst hat viele Nebenwirkungen und die Auswirkungen sind schwer kalkulierbar. Ist es wahrscheinlich, dass ein Hund mit starker Angst reagiert, ist eine Medikation für Silvester sinnvoll und sollte mit dem Tierarzt oder Verhaltensmediziner besprochen werden. Dabei darf kein Acepromazin verwendet werden. Dieses mindert nicht die Angst, sondern lähmt lediglich die Muskeln. Eine dramatische Situation.

Angst ist nicht unveränderbar! Kurzfristigste Maßnahmen und Soziale Unterstützung lindern. Mittelfristig muss trainiert werden, damit das Tier nicht Jahr für Jahr leidet.

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