Leinenführigkeit: 12 Tipps für Gelassenheit und Freude

Leinenführigkeit: 12 Tipps für Gelassenheit und Freude

Meine Hunde lieben den Freilauf, das Umhertollen auf Wiesen und Feldern, das ungebremste Flitzen durch den Wald.  Keine Frage: Ohne Leine ist der Spaß vorprogrammiert. Der Umkehrschluss daraus ist jedoch nicht, dass das Laufen an der Leine gleichbedeutend mit Langeweile oder Stress ist. Im Gegenteil! Aus Rücksicht auf die Umwelt und als Schutz für das Wild oder den Straßenverkehr laufen meine Hunde viel an der Leine. Wir haben zwar nicht die perfekte Leinenführigkeit, aber eine Menge gemeinsamen Spaß und keiner von uns wird durch die Gegend gezogen. 

Für uns ist die Leine eine Sicherung, kein Kontrollmittel. Sie soll lediglich meine Hunde vor der Umwelt oder die Umwelt vor meinen Hunden schützen. Der Spaß im Freilauf endet dort, wo andere sich bedrängt oder gestört fühlen, meine Hunde ein Risiko darstellen oder ich meine Hunde durch Signale häufig ausbremsen und lenken müsste. Hier bleiben sie an der Leine. Ich verrate Dir, weshalb meine Hunde das aber ganz und gar nicht schlimm finden:

Leinen so lang wie möglich

Ich bevorzuge lange Leinen. Meine Hunde kennen es auch an ganz kurzer Leine zu gehen, weil wir beispielsweise auf einem engen Bürgersteig unterwegs sind oder Gegenverkehr haben. In der Regel gewähre ich ihnen jedoch 3 – 20 m lange Leinen. Diese Leinenlängen sorgen dafür, dass sie ungestört ihr Umgebung erkunden können. Sie können beide Wegesränder in Augenschein nehmen und ich kann teilweise weitergehen, ohne ihnen den Spaß zu verderben. 

Leinenlänge = Aktionsradius 

Laufen an der Leine bedeutet für mich, dass meine Hunde im Leinenradius weiter ihre Freiheit haben. Solange der Karabiner am Hund der Schwerkraft folgt, dürfen sie sich in ihrem Tempo und ihren Richtungen bewegen. Ich gebe mit der Leinenlänge also den Aktionsradius vor – sie bestimmen die Aktion. Viel zu oft wird das Laufen an der Leine mit dem „Fuß gehen“ verwechselt. Gerade in Regionen und Zeiten, in denen die Hunde viel an die Leine müssen, ist dies extrem anstrengend und frustrierend. 

Tempowechsel 

Meine Mädels haben einen Größenunterschied von mehr als 20 cm und einen Aktivitätsunterschied wie Tag und Nacht. Während die eine im Schritt und schon mal im langsamen Trab an der Leine umherzottelt, ist die andere mit Karacho in alle Richtungen unterwegs. Je langsamer ich gehe, desto schwieriger ist es für unsere kleine Minnie. Je flotter ich gehe, desto eher fällt unsere Nayeli in Passgang. Erst, wenn ich wirklich schnellen Schrittes gehe, reicht mein Tempo, dass sie schön traben kann. Häufige Tempowechsel sorgen dafür, dass ich beiden möglichst gerecht werde. 

Gegenseitige Rücksichtnahme

Nein, ich meine jetzt nicht die Rücksichtnahme auf Dritte – die sollte selbstverständlich sein. Kein Jogger möchte über unsere Leinen springen. Ich meine die Rücksichtnahme auf meine Hunde und von meinen Hunden auf mich. Ich trainiere mit meinen Hunden, dass sie mir nicht die Arme ausreißen oder mich zweiteilen in dem sie wild in unterschiedliche Richtungen rasen. Genauso achte ich aber auch darauf, dass ich nichts dergleichen tue. Bleibt eine zurück, warte ich auf sie und gebe ihr Zeit, während ich die andere darauf hinweise. 

Möchte ich Richtungen ändern, andere Wege gehen oder deutliche Tempowechsel, so sage ich Bescheid. Immerhin kann es sein, dass eine Duftmarke gerade das gesamte Aufmerksamkeitspotential auf sich zieht. Der Spaziergang dient ja nicht nur meiner Bewegung und Erholung, sondern vor allem der Umwelterkundung meiner Hunde. Wenn es mir um ein stures Marschieren ginge, könnte ich sie auch auf ein Laufband stellen. 

Körpersprache gezielt einsetzen

Unsere Hunde sind begnadete Leser unserer Körpersprache. Oft geben unsere Stimme und unser Körper unterschiedliche Signale. Achte doch auf den Leinenspaziergängen mal ganz besonders darauf, welche Auswirkungen Deine Körpersprache hat. Wenn Du möchtest, dass Dein Hund aufschließt, drehe Dich bereits in die Richtung, in die Du weitergehen willst beim Warten. Wenn Du ihm noch Zeit geben möchtest, stehe ein wenig abgewandt, aber noch nicht in die weitere Richtung gewandt in entspannter Körperhaltung. 

An- und Ableinen gelassen meistern

Ich kündige meinen Hunden an, wenn ich sie an- oder ableine. Das bedeutet, dass ich ihnen Bescheid gebe, ehe ich mich zu ihnen herunterbeuge, um die Karabiner zu lösen. Sie brauchen nicht sitzen oder innehalten. Und damit sie nicht in beiden Fällen danach kurz bei mir verweilen und wir uns sortieren können, haben wir diese Aktionen kurzerhand mit kleinen Belohnungen bei mir verknüpft. So habe ich keine Hunde, die nach dem Ableinen sofort losschießen wie ein Pfeil aus dem Flitzebogen. Nur damit ich eine Sekunde später feststelle, dass ein Radfahrer um die Ecke kam. Und das Anleinen ist direkt mit schöner Interaktion verknüpft. 

Action, Spiel und Spaß

Auch an der Leine gibt es bei uns eine Menge Spaß. Schnüffel- und Fangspiele, kleine Rennspiele und Suchen sind an der Leine einfach zu gestalten und sorgen für Abwechslung. Auch Tricks und Signale für den Alltag lassen sich an der Leine super trainieren. Unsere Herausforderung: Ich möchte, dass alle Signale stets an lockerer Leine trainiert werden, der Karabiner also herunterhängt. So erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch im Freilauf klappen. Die Leinenspannung wird nicht Teil des Signals. Je länger die Leine, desto mehr Möglichkeiten hast Du für die Beschäftigung und auch tolle Werkzeuge wie die „Verlorensuche auf der Rückspur“ lassen sich an der Leine aufbauen. Doch auch an kurzer Leine kann man eine Menge Spaß haben, Zerrspiele lassen sich beispielsweise auch auf engem Raum machen. 

Übungen für Geist und Körper

Laufen an der Leine ist der ideale Moment, um Kletterübungen an Baumstämmen und Stümpfen zu machen, Leckerchenbäume zu bestücken oder das Laufen von Bögen zu üben. Auch das Pendeln, das in kleineren Bögen voran laufen, kannst Du hier super trainieren. Das fordert nicht nur den Kopf, sondern macht den Körper müde und geschmeidig. Nutze doch diese Aufgaben für ein Warm-up oder Cool-down am Anfang und Ende des Spazierganges. Je besser Dein Hund aufgewärmt ist, desto enger darfst Du die Bögen gehen. 

Jedes Training beginnt an der Leine

Die Fälle, in denen ich mit meinen Kunden zunächst ohne Leine gearbeitet habe, lassen sich schnell aufzählen. Meistens beginnt jedes Training an der Leine. Warum also nicht einen Teil der Zeit an der Leine nutzen, um Deine Signale aufzufrischen? Ob Rückruf, Umorientierungssignal oder ein schnelles Sitzen aus dem Gehen – ganz egal. Alle Trainings, die Spaß machen und dem Hund Belohnungen bringen, sind erlaubt. Denke aber an ausreichende Pausen und Gelegenheiten die Umwelt zu erkunden. 

Strecken mit Bedacht wählen 

Sicher gibt es auch bei Deinem Hund Orte, an denen er mit Freilauf rechnet und andere, an denen er davon ausgeht, dass er an der Leine bleibt. Auch wenn Dein Hund oft und viel in den Freilauf darf: Behalte Dir stets 1-3 Strecken oder Streckenabschnitte, an denen immer die Leine angesagt ist. Sollte Dein Hund aus irgendeinem Grund mal nicht freilaufen dürfen, so sind diese Strecken Deine Rettung. Sie schützen davor, dass Dein Hund über die plötzliche Veränderung frustriert ist. Wir haben als Leinenstrecken bewusst sogenannte „Pippimeilen“ ausgewählt. Hier haben unsere Hunde vor allem ein Interesse: Schnüffeln! Das geht auch an kürzerer Leine und in Slow Motion gut! 

Baue Pausen und Abwechslung ein

Gerade wenn Dein Hund noch nicht gut an lockerer Leine laufen kann, baue Pausen ein. Idealerweise darf er in diesen zumindest teilweise frei laufen und so sein Tempo bestimmen. Wechsle die Freilaufpausen mit „Steh- und Erkundungspausen“ ab. Wähle eine spannende Stelle und verweile dort. Lasse Deinen Hund in Ruhe den Leinenradius erkunden. Wenn er sich zunächst damit schwertut, weil er es kennt, dass Du immer zackig unterwegs bist, streue ihm zwischendrin etwas Futter zur Suche. Du kannst dies immer an denselben Orten tun. Es ist immer wieder bewundernswert, welche Auswirkungen dies auf das Erregungslevel unserer Hunde hat. Du wirst merken, wie sehr es Deinen Hund herunterfährt. 

Trainiere die Leinenführigkeit immer wieder

Kein Hund wird mit einer Leine am Rücken geboren! Im Gegenteil – Bewegungseinschränkung ist in der Regel unangenehm. Denk daran, wie gern Du wartest oder im Stau stehst. Eine mangelnde Leinenführigkeit wird schnell zum Grund für Stress, Frustration und Auslöser von unerwünschtem Verhalten auf beiden Seiten. Investiere daher regelmäßig Zeit und Energie in das Laufen an der Leine. Trainiere bei unterschiedlicher Erregung, in unterschiedlichen Situationen und Tempi.

Wenn Du mehr zum Thema „Erregung & Entspannung“ wissen willst, schaue Dir doch mein Webinar an. Es bietet eine Menge Input für Deine Trainingsgestaltung. 

Gestalte Dein Training so, dass Dein Hund Lerngelegenheiten hat und Du ihn oft für das richtige Verhalten belohnen kannst. Das ist das A&O! 

 


 

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Unser 6-Monats-Coaching bei Anne…

Unser 6-Monats-Coaching bei Anne…

In diesem Feedback berichten Grit und Lani Dir von ihrem Weg. Ein Weg voller Steine und Herausforderungen, aber auch voller Mut und Umsetzungswillen. Die Begleitung dieses Teams ist etwas ganz besonderes für mich und ich freue mich, dass ich beide noch eine Weile mit neuen Herausforderungen im Intensivlehrgang begleiten darf. Mich hat dieses Feedback unglaublich gerührt und ich freue mich, dass ich es veröffentlichen darf.

Unser 6-Monats-Coaching bei Anne…

… starteten wir unter großem emotionalen Druck. Ich wusste nicht mehr weiter und befand mich an einem Punkt purer Verzweiflung und Hilflosigkeit. Ich glaubte, meinem Hund Lani (zu der Zeit keine 1,5 Jahre alt) niemals das Zuhause bieten zu können, das er brauchte.

Lani litt unter starkem Stress. Er zeigte mir sehr oft am Tag, womit er seine liebe Not hatte: Menschen, Geräusche, fremde Objekte und Orte, Licht – und mit dem Alleinsein. Seine Probleme brachte er lautstark zum Ausdruck. Alles war für ihn noch schlimmer im Dunkeln. Und ich wusste nicht, wie ich ihm noch helfen sollte. Ich konnte ihn nicht vor allem bewahren. Mir war klar, dass ich dringend seinen Stress reduzieren musste. Nur wie noch? Versucht hatte ich schon einiges, aber der durchschlagende Erfolg blieb aus.

Unsere ersten Schritte

Ich schätze, in der ersten Zeit des Coachings bestand Annes Hauptaufgabe darin, mir Mut zu machen und Zuversicht zu schenken – michzu stabilisieren. Wie mein Hund, so befand auch ich mich nur noch selten im denkenden Bereich meines Gehirns. Anne hat mich aufgefangen, und die Termine mit ihr taten mir unendlich gut. Mit klaren Aufgaben und Anleitungen holte sie mich aus meiner Starre und brachte mich wieder ins aktive Handeln.

Anne überlegte mit mir gemeinsam, welche Management-Maßnahmen ich noch ergreifen könnte. Spaziergänge führten öfter in menschenleere Gegenden, und im Dunkeln fanden sie irgendwann ein Ende. Räumlich strukturierte ich gehörig um.

Obwohl wir – für mich so gefühlt – an allen Baustellen gleichzeitig arbeiteten, verzettelte Anne sich nie. Sie war strukturiert, klar und zielorientiert. Und auch in mir ordnete sich nach und nach das Chaos. Listen, Protokolle und Pläne verschafften mir zunehmend Klarheit. Wo diese mir dennoch fehlte, unterstütze Anne mich nach Kräften. Neue Signale wurden aufgebaut, alte Signale haben wir aufgefrischt und „aufgepimpt“, sodass sie auch bei großem Stress abrufbar wurden. Und ich bekam viele wertvolle „Randnotizen“ und Impulse, die mich im Training mit Lani sehr voranbrachten.

Training ist ein Lernprozess

Gerade bei der Arbeit an Auslösern folgte ich anfangs einem recht starren Muster: „Wenn Aktion A, dann Reaktion B.“ Mit der Zeit wurde ich schneller, dann sicherer und schließlich auch flexibler. In der Reflexion erkenne ich, dass wir beide, Lani und ich, diesen Prozess durchlaufen sind bzw. uns noch immer mitten in diesem Prozess befinden. Es gibt für uns beide nicht mehr nur eine Strategie, mit Auslösern umzugehen.  Wir werden in Zukunft sicher noch weitere Strategien erproben, verfeinern und festigen.

Mit dem Ende des Coaching ist Lanis und mein Lernprozess nicht abgeschlossen. Es ist heute nicht alles gut; das wird es vielleicht nie ganz sein. Ich bin darauf eingestellt, dass Lani immer ein besonderer Hund sein wird, der situativ meine Unterstützung benötigt. Anne hat mir an die Hand gegeben, was ich brauche, um das tun zu können.
Bis hierhin hat sich aber bereits eine ganze Menge getan: Wo ich vor einem halben Jahr noch einen hysterisch schreienden Hund in der Leine hängen hatte, stehen wir heute beieinander, und Lani kann sich in den allermeisten Fällen relativ ruhig anschauen, was um ihn herum geschieht. Oft fällt ihm selber ein, was er tun kann, um sich besser zu fühlen und setzt das um. Immer leichter fällt es ihm, an Auslösern vorbeizugehen. Wenn er doch noch einmal auslöst, was immer seltener vorkommt, dann später, kürzer und deutlich weniger intensiv. Er beruhigt sich viel schneller. Manchmal fällt ihm sogar noch beim Bellen eine alternative Strategie ein.
Besonders toll ist, wenn er sich um Menschen oder Dinge, die ihm vor 6 Monaten noch große Schwierigkeiten bereiteten, gar nicht mehr schert oder sie mutig erkundet. Was für viele Hundebesitzer das Normalste der Welt ist, bereitet mir tiefe Gefühle der Rührung, Freude und Dankbarkeit.

Ich habe mich verändert

Ich (Das ist die, die kürzlich noch vor lauter Anspannung selber auch ganz starr war und schrill gemarkert hat, um die Nanosekunde vorm Auslösen einzufangen) erkenne Lanis Zeichen frühzeitig und somit auch meistens rechtzeitig, wann er meine Unterstützung benötigt. Ich atme gleichmäßig (manchmal singe ich dafür), lobe ruhig, setze unterschiedliche Markersignale ein und bin insgesamt viel gelassener geworden. Und ich darf meinem Hund immer mehr zutrauen. Immer öfter bin ich zuversichtlich: Er bewältigt diese Situation ohne meine aktive Hilfe!

Nicht alle Tage sind gleich, und das letzte halbe Jahr verlief nicht linear. Es war nicht von kontinuierlichen Verbesserungen durchzogen. Mir half zu verstehen, dass alles seine Zeit braucht, und dass Lernen in Kurven verläuft. Und umzulernen dauert länger als neu zu lernen.

In neuen Situationen weiß ich deutlich schneller, was zu tun ist, um Lani zu helfen. Reagiert er ungewöhnlich, gehe ich in Gedanken die letzten Tage durch und überlege, ob er mehr Stress als sonst hatte. Oder ich? Schmerzen muss ich bei ihm ebenfalls mitbedenken.  Und neuerdings auch läufige Hündinnen 😉

Was das Allein- bzw. Von-mir-getrennt-Sein betrifft: Lani weiß das Alleinsein immer häufiger zu schätzen; er zieht sich selber aktiv zurück und findet Ruhe und Entspannung unabhängig von mir in seiner Wohlfühlzone. Das ist ein großer Erfolg, der uns beiden das Leben deutlich leichter macht.

Wir haben eine schwere und anstrengende Zeit hinter uns. Und auch wenn heute noch nicht alle Tage alles eitel Sonnenschein ist, haben wir gemeinsam viel Spaß. Sogar das Training an Auslösern bereitet zunehmend Freude, und so werden diese weniger und weniger. Leichtigkeit hat Einzug in unser Leben gehalten. Und ein großes Stück Gelassenheit.

Danke Anne!

Liebe Anne, dir möchte ich sagen, dass ich mir niemand anderes hätte erträumen können, der uns auf diesem Weg begleitet. Du warst das Beste, was uns passieren konnte.

Lani bleibt bei mir, und inzwischen denke ich, er hat bei mir doch ein ganz passables Zuhause gefunden.

Ich durfte unwahrscheinlich viel von dir und durch dich lernen; viel mehr, als ich es in diese paar Zeilen quetschen kann. Ich hätte bestimmt noch mehr lernen können, wenn du nicht so vieles hättest doppelt und dreifach ansprechen müssen. Ich stand manchmal ordentlich auf der Leitung.

Die Protokolle habe ich zeitweise gehasst. Aber ich habe sie sehr schätzen gelernt, und ich führe sie weiter.

Nun reisen wir ohne dich weiter, und ich bin sehr optimistisch, dass wir das gut hinbekommen. Danke, dass du mit uns die Koffer gepackt hast!

Als ich heute mit Lani unterwegs war, dachte ich: „Wenn Anne uns jetzt sehen würde…!“ Ich bin mächtig stolz auf Lani, und ich denke, du wärst es auch, wenn du ihn sehen würdest.

 


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Kristina Steinberg – Wie ich auf den Hund gekommen bin

Kristina Steinberg – Wie ich auf den Hund gekommen bin

Hallo, da Du in Zukunft wohl noch den ein oder anderen Artikel und Beitrag von mir hier lesen wirst, lass‘ mich Dir kurz schildern, wie ich überhaupt auf den Hund und letztendlich auch zum Beruf des Trainers gekommen bin:

Wer kennt es nicht? – Der Traum von einem eigenen Haustier, von einem eigenen Hund. So war es auch bei mir, doch leider hatten wir vor einigen Jahren noch nicht die Möglichkeit, einen vierbeinigen Wegbegleiter zu uns zu nehmen.
So entschloss ich, erst einmal in unser örtliches Tierheim zu gehen – als ehrenamtliche Spaziergängerin dort den Hunden etwas Gutes tun und gleichzeitig ein paar freie Stunden mit Tieren draußen in der Natur verbringen können – sozusagen eine WinWin-Situation für beide Seiten!

Auf den Hund gekommen

Schon bald lernte ich dort „Robby“ kennen; ein großer Mischlingsrüde, der vom Ordnungsamt aufgrund einiger Vorfälle gebracht wurde.
Ich betrat das Hundehaus .. und …wow – es war um mich geschehen. Ein großer, sehr imposanter Kerl, alt, stinkend, völlig verfilzt und nur draußen im Auslauf liegend…

Ich weiß, viele werden nun denken „die spinnt doch!“ – ja, mag sein, aber irgendwie war da etwas zwischen uns; von Anfang an ein besonderer Funke, eine besondere Verbindung…
Nach den ersten Startschwierigkeiten verbrachte ich nun jede freie Minute bei und mit ihm, kümmerte mich um ihn und ging spazieren.

Die ersten Herausforderungen

Doch, na klar, schon bald tauchten auch die ersten Probleme und Herausforderungen während unserer gemeinsamen Zeit auf, hatte ich doch noch nie einen Hund gehabt, geschweige denn, mich näher mit dem Thema Hund und Training auseinandergesetzt. Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen wurden immer schwieriger, ich verstand nicht, warum er mich nicht versteht, nicht umsetzen konnte, was ich von ihm wollte…
So gelangten wir zu verschiedenen Hundeschulen und an verschiedene Trainer…doch irgendwie…kurz und knapp: es wurd‘ nicht besser – im Gegenteil. Und auch die Art und Weise, wie ich mit ihm umgehen sollte, behagte mir nicht so recht.
Die Verzweiflung wuchs und die Wut auf meine Unfähigkeit, ihm zu vermitteln, wie wir es gemeinsam auch anders machen könnten, stieg.

Meine Lösung

Nach intensiver Recherche stieß ich letztendlich auf die Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) und der Entschluss, dort die Trainerausbildung zu beginnen, war schnell gefasst. Ging es mir doch erst einmal einfach nur darum, Hundeverhalten, Kommunikation und Körpersprache und Trainingsmethoden kennenzulernen, um uns die gemeinsame Zeit angenehmer zu gestalten und seine Chancen auf eine Vermittlung in ein neues zu Hause zu steigern – die Möglichkeit, später auch in dem Beruf zu arbeiten, hatte ich damals noch gar nicht ins Auge gefasst…

Die Zeit des intensiven (Um-) Lernens begann, ich beschäftigte mich mit dem Ausdrucksverhalten der Hunde und lernte nach und nach Techniken für „unsere“ Probleme kennen und dank diverser Praxisseminare auch anzuwenden.

Und hey – was soll ich sagen?! Es wurd‘ tatsächlich besser!! Besser im Sinne von: Robby konnte sich besser auf mich einlassen, wir hatten eine Menge Spaß in der kurzen Zeit außerhalb des Tierheimzwingers und auch an den Begegnungen auf den Spaziergängen konnten wir nun gemeinsam arbeiten und kleine, aber tolle Fortschritte erzielen.

…doch trotzdem gab es keine Interessenten für ihn…..leider – niemand, der es auch nur ansatzweise in Erwägung zog, ihn zu sich zu nehmen und ihm eine Chance zu geben…
Leider…..oder sollte ich sagen „ZUM GLÜCK“ ?!

Wir haben voneinander gelernt

Nachdem er im Tierheim neben immer wieder kleineren gesundheitlichen Rückschlägen dann plötzlich schwer krank wurde und wir mehrfach um sein Leben kämpfen mussten, ergab sich nach langem Hin und Her endlich die Möglichkeit, ihn doch noch zu mir zu nehmen.

Unsere folgende gemeinsame Zeit war leider nur noch sehr kurz, dafür aber umso intensiver und ich bin ihm unendlich dankbar dafür, was er mich alles gelehrt hat: wie man respektvoll miteinander umgehen kann, ohne Schmerzen zuzufügen und so kleinschrittig einen gemeinsamen Weg geht kann, auf Bedürfnisse zu achten und einzugehen und miteinander statt gegeneinander zu leben und zu arbeiten und sich so anzunehmen, wie man ist.

Ich möchte, dass Du von meinem Weg profitierst

Kurz darauf schloss ich meine Ausbildung an der ATN ab und arbeite seitdem als Trainerin mit Menschen und ihren Hunden, um mein Wissen an sie weiterzugeben und auch ihnen so zu einem harmonischen Miteinander im Alltag zu verhelfen.

Und auch wenn mich Robby nicht mehr begleitet, so ist er dennoch immer ein Teil von mir und hat mir die kleine Ültje geschickt, mit der ich nun mein Leben teilen und von der ich noch eine ganze Menge lernen darf.
Und a propos ‚Lernen‘ – da ich das stetige Sich-Weiterentwickeln sehr schätze und mein Wissensdurst quasi nie gestillt ist, absolviere ich nun zusätzlich die CumCane-Ausbildung und bin sehr gespannt darauf, wohin mein Weg mich in Zukunft noch so führt.


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